Können braucht Zeit – Wie können Soft Skill Trainings nachhaltig wirken?

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Fachlich kompetent zu sein ist wichtig, reicht aber in den seltensten Fällen aus. Wir müssen ins Handeln kommen. Die Krux dabei ist, dass wir nur auf der Grundlage unserer sozialen Kompetenzen das umsetzen können, was uns inhaltlich oder strategisch vorschwebt. Ein effektives Soft Skill Training, das auf mehrere Monate angelegt ist, ist Teil des Lösungswegs – aber nur ein Teil! Werden die Rahmenbedingungen nicht beachtet, verfehlen Trainings öfter als nötig ihre gewünschte Wirkung. Wir zeigen dir, auf was du achten solltest, wenn Soft Skill Trainings auch nachhaltig wirken sollen.

Schritt 1: Check - Lässt die Unternehmenskultur den Erfolg des Trainings überhaupt zu?

Wenn im Training etwas gelernt wird, das im Unternehmenskontext gar nicht angewendet werden darf, muss es gar nicht erst trainiert werden. Es reicht also nicht, einen Kurs in Konfliktmanagement zu absolvieren, wenn sich die Unternehmenskultur auf Intransparenz gründet.

Drei Grundsätze für eine fruchtbare Unternehmenskultur sind:

1.      Unterstützung im Unternehmen

Je mehr Unterstützung seitens der Kolleg*innen und des Unternehmens kommt, desto leichter fällt es dem*der Lernenden, neue Fähigkeiten anzuwenden.

2.      Mehr Sinn für mehr Motivation

Umso genauer alle Kursteilnehmenden das große Ganze im Blick haben und mindestens die groben Abläufe und Prozesse im Unternehmen kennen, desto effektiver werden sie ihre neuen Fähigkeiten einsetzen. Der Einsatz ihrer Fähigkeiten erscheint ihnen dann sinnvoller und motiviert intrinsisch, sich persönlich weiterzuentwickeln.

3.      Mentale Vorbereitung der Teilnehmenden

Wenn den Mitarbeiter*innen bewusst ist, dass persönliches Wachstum aus einem gewissen Stress heraus entsteht, sind sie eher für frustrierende Etappen im Training gewappnet. Denn tatsächlich ist es ziemlich „hart“ Soft Skills zu erlernen: Jeder, der sich an einen besonderen Lernerfolg erinnert, hat auch vor Augen, wie viel Zeit, Mühe und Energie dieser gekostet hat – und wie sehr sich der Aufwand gelohnt hat! Nichtsdestotrotz müssen Mitarbeiter*innen darauf vorbereitet werden, dass die Weiterentwicklung durch Trainings eine höhere Arbeitsbelastung, Frustration und sogar Erscheinungen von Burnout mit sich bringen können. Das ist jedoch völlig normal und sogar sehr wichtig, um reale Arbeitsbedingungen zu simulieren.

Beispiel: Das Growth Mindset ist die beste Voraussetzung dafür, neues zu lernen. Erfahre über einen Klick auf den Link worum es sich dabei handelt!

Schritt 2: Vorbereitung und Aufbau des Trainings

Ist der fruchtbare Boden einer offenen und unterstützenden Unternehmenskultur da, kann es ans Eingemachte gehen. Drei Dinge sind bei der Vorbereitung und dem Aufbau eines Trainings besonders wichtig:

 

1.      Wahl des Trainierenden

„You won’t believe the message if you don’t trust the messenger“ betonen die Autoren von The Leadership Challenge (Kouzes & Posner 2002). Denn bei schlechter Ausführung seitens der Trainer*innen können selbst überragende Inhalte völlig ihr Ziel verfehlen. Die durchdachte Auswahl einer kompetenten und vor allem vertrauenserweckenden Trainerpersönlichkeit hat deshalb höchste Priorität. Ein*e gute*r Trainer*in sorgt dafür, dass die Inhalte sinnvoll aufeinander abgestimmt sind und sich die Teilnehmenden bei ihm*ihr wohlfühlen.

2.      Ortswahl

Wohlbehagen sollte auch der Ort hervorrufen können, an dem das Training stattfindet. Denn nur in einem sicheren Umfeld bekommen die Teilnehmer*innen Lust, sich auszuprobieren. Sie finden es in Ordnung, auch mal zu scheitern und möchten neue Wege gehen. Zugleich sollte der Ort nicht völlig aus dem gewohnten Arbitskontext gerissen werden und ein gewisses Stressniveau nachahmen können. Die Balance zwischen realen Arbeitsbedingungen und safer spaces zu halten, gehört zu den Königsdisziplinen eines erfolgreichen Trainings.

3.      Selbststudium und Reflektion

Mitarbeiter*innen, die sich persönlich weiterentwickeln und soziale Kompetenzen in Trainings herausbilden, sollten sich zusätzlich im Selbststudium reflektieren können. Damit einher geht das Lesen relevanter Bücher, das Üben neuer Techniken im beruflichen und privaten Alltag sowie die wertschätzende Reflektion von Zielen, die bereits erreicht wurden.

Beispiel: Wir bei AllesRoger gestalten unsere Trainings nach dem Blended Learning Prinzip. Das heißt, dass wir über mehrere Monate hinweg Offline-Trainings in Intervallen geben, die in der Zwischenzeit von Online-Trainings ergänzt werden.

Schritt 3: Nachhaltigkeit des Trainings

Für den nachhaltigen Erfolg eines Trainings brauchen Lernende außerhalb des Workshops Möglichkeiten, ihr neues Wissen anzuwenden und dafür Wertschätzung zu erfahren. Die folgenden drei Punkte sind dabei hilfreich.

1.      Unterstützung durch Mentoring und Lerngruppen

Neben der Unterstützung durch die Kolleg*innen bzw. das ganze Unternehmen brauchen Teilnehmer*innen zusätzlichen formalen Beistand durch Mentoring-Programme oder Lerngruppen. Dabei wird den Kursteilnehmer*innen geholfen, die Unternehmenskultur zu verstehen, neue Lerntechniken ausprobieren und Feedback bekommen, um ihr Wissen in Können zu transferieren.

2.      Kompetenzen ausprobieren

Jede Vorbereitung muss ein Ende haben – denn die neuen Techniken wollen ausprobiert werden! Und zwar jetzt genau, in diesem Moment. Gern außerhalb der Komfortzone, da, wo es erst einmal weh tut. It’s where the magic happens!

3.      Erfolge feiern

Abhaken und weitergehen ist die eine Möglichkeit, sich von einer Aufgabe zur nächsten zu hangeln. Die andere, wohlverdiente und empfohlene Art und Weise ist es, sich und das Team zu feiern. Das hilft nicht nur dabei, die eigene Arbeit anzuerkennen, sondern auch, sich für weitere Entwicklungsschritte zu motivieren.

Beispiel: Wir bei AllesRoger führen ein Erfolgsboard, an dem wir alles festhalten, was uns Freude gemacht hat. So können wir uns unsere Erfolge immer wieder vor Augen führen und uns gegenseitig motivieren.

Angesichts dieser Rahmenbedingungen wird klar, dass sich Soft Skills wie z. B. Selbstführung, Feedback geben oder Konfliktmanagement nicht in zwei Tagen lernen und implementieren lassen. Lernen ist kein Konsum, es braucht Zeit. Deshalb sehen wir bei AllesRoger auch davon ab, zu kurze Interventionen anzubieten. Wir möchten nachhaltig arbeiten und begleiten Unternehmen deshalb in einigen Trainingseinheiten über mehrere Monate hinweg.

Wenn du wissen willst, wie genau wir unsere Trainings gestalten, kontaktiere uns gern unter hallo@allesroger.io.

Text: Laura Vorsatz