Warum Ziele so wichtig sind

Die „richtigen“ Ziele „richtig“ zu definieren ist eine große Herausforderung, die sich lohnt. Ziele motivieren. Sie stecken den Rahmen ab, in dem ihr euch bewegt, sie bündeln eure Energien auf das Wesentliche. Durch Ziele weißt du, worauf du dich konzentrieren musst und was du noch alles tun kannst, um deinem Ziel näher zu kommen.

Mit Zielen definierst du deine Zukunft. Du nimmst aktiv Einfluss darauf, wo du dich in der Zukunft befinden willst. Wenn du deine Ziele erreichst, erreichst du damit nicht nur den Zustand, den du zuvor als erstrebenswert definiert hast – du fühlst dich auch selbstwirksam - du weißt welchen Unterschied zu machst - und stärkst damit dein Selbstbewusstsein.

Um die richtigen Ziele erreichen zu können, sollten sie den SMART-Kriterien entsprechen. Sie sollten spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert sein.

 

Ein Beispiel: die Kundenzufriedenheit soll steigen.

  • R - Realistisch: Hast du persönlich Einfluss darauf, wie zufrieden deine Kunden sind? Was kannst du persönlich unternehmen, um die Zufriedenheit eurer Kunden tatsächlich positiv zu beeinflussen? Vielleicht könnten die am häufigsten gestellten Fragen auf eurer Webseite beantwortet werden.
  • A - Attraktiv: Was springt für dich dabei raus, wenn deine Kunden zufriedener sind? Eventuell fühlst du dich dadurch entlastet, weil du weniger zu tun hast. Vielleicht soll eigentlich der Marktanteil steigen, damit du mehr Gehalt bekommst. Dafür solltest du ein anderes / weiteres Ziel formulieren.
  • T - Terminiert: Bis wann soll die Zufriedenheit steigen? Der Zeitraum sollte absehbar und eindeutig sein.
  • M - Messbar: Wie lässt sich Kundenzufriedenheit wirklich messen? Könnten es die Anfragen sein, die eure Kundenbetreuung jede Woche bekommt oder die Relation der Aufrufe der FAQ zu den getätigten Anrufen? Vielleicht eignet sich auch die Zahl der Kunden, die verloren werden. Wichtig ist, dass jeder im Team zu jedem Zeitpunkt in der Lage ist, seine eigene Zielerreichung objektiv zu messen.
  • S - Spezifisch: Wie spezifisch ist das Ziel Kundenzufriedenheit steigern? Was genau bedeutet Zufriedenheit, woher weißt du, wie zufrieden deine Kunden jetzt und zukünftig sind? Vielleicht liegt es auch nicht am Kundenservice sondern der Produktqualität, so dass das eigentliche Ziel sein könnte, die Produktqualität so zu steigern, dass die Retourenquote von 5% auf 4% zurückgeht.

Ein anderes Beispiel könnte sein: Ich verbessere meine Englischkenntnisse.
Smart wäre es wie folgt: In den nächsten zwei Monaten besuche ich an drei Tagen die Woche einen Englischkurs (je 60 min), so dass ich UNICERT III erreiche. 

 

Fehlt eine der SMART-Komponenten, wird das Ziel zur Farce.

  • Ist es nicht spezifisch oder nicht messbar, strebt ihr etwas an, von dem ihr nicht wisst, wann es wirklich erreicht ist, d.h., es ist unerreichbar. Wenn du dein Ziel jemand Drittem mitteilst und auf die Frage „Was heißt das genau“ eine lange Erklärung abgeben musst, sollte das Ziel spezifischer formuliert werden.
  • Ist dein Ziel nicht realistisch, liegt das meist daran, dass du selbst nicht die Person bist, die das Ziel beeinflussen kann. Es liegt nicht bei dir, wie zufrieden deine Kunden sind, sondern beim Kunden. Du kannst nicht garantieren, wie der Kunde euch bewertet, vielleicht hast du alles "richtig" gemacht, und er hatte einfach einen schlechten Tag. Beeinflussen könntest du, wie häufig du den Kunden fragst, ob er zufrieden ist.
  • Ist dein Ziel nicht terminiert, findet es kein Ende. Du definierst Ziele, um Erfolge zu verbuchen und zu erleben, dass es vorwärst geht. Ist dein Ziel zeitlich nicht begrenzt, verliert es seinen Wert. Es wird kein Erfolg, sondern eine Art Eigenschaft. Liegt es zu weit in der Zukunft, sollten Zwischenziele formuliert werden oder das langfristige Ziel gegebenenfalls eher zur Vision gehören.
  • Ist dein Ziel nicht attraktiv, hast du keinen Grund es zu erreichen. Damit stellt die Attraktivität das wohl wichtigste Kriterium dar. Es gibt Dinge, die du als Ziel formulierst, weil du glaubst, dass man das sollte oder müsste - tatsächlich ist es aber nicht das, was du wirklich willst. Die Konsequenz: du tust nichts, um das Ziel zu erreichen. Dir fehlt die intrinsische Motivation. Ein einfaches Beispiel ist das Ziel „Ab heute gehe ich 4 Wochen lang alle drei Tage für 30 Minuten joggen.“ Wenn du eigentlich nur etwas mehr Zeit für dich haben möchtest und dachtest, durchs Joggen wäre das gegeben, sollte das Ziel neu formuliert werden, z.B. "Für die nächsten 6 Wochen, nehme ich mir jeden Montag von 18 bis 19 Uhr Zeit für mich, um etwas schönes (z.B. Lesen) zu tun." Frag dich also bei jedem Ziel, ob es das ist, was du eigentlich bzw. wirklich willst.

 

 Ohne Ziele, entwickeln wir uns nicht weiter

Setzen wir uns also keine Ziele, laufen wir Gefahr, frustriert zu sein, weil wir das Gefühl haben, dass unsere Arbeitsleistung nicht das bewirkt, was wir gerne hätten, weil wir nicht das Gefühl haben, dass wir einen Unterschied machen.

Ziele sind auf zwei Ebenen wichtig: wir brauchen Teamziele und persönliche Ziele. Teamziele bringen zum Ausdruck, was wir gemeinsam als Team erreichen wollen? Wofür müssen wir zusammenarbeiten, wofür wollen wir uns koordinieren, absprechen, Expertise teilen? Ohne Teamziele ist es nicht nötig, den Überblick zu behalten und zu kooperieren. Wir brauchen nichts vom Team, das Team braucht nichts von uns. Teamziele stellen die Grundlage erfolgreicher Teams dar – zusammen erreicht man mehr.

Persönliche Ziele sind die Ziele, die uns selbst das Gefühl geben, dass sich die Investition unserer Arbeitszeit lohnt. Es sind diese Ziele, die uns das Gefühl geben, dass wir eine Perspektive in dem Unternehmen haben, dass es weitergeht und dass wir etwas dazu lernen. Insbesondere in Arbeitsumfeldern oder Positionen, in denen sich alles schnell verändert und man auch ohne Pläne oder Ziele viel lernt, lassen uns oft vergessen, dass wir persönliche Ziele brauchen – bis wir bemerken, dass sie uns fehlen. Dann ist es meistens zu spät und wir schauen uns nach etwas Neuem um.