So entwickelt ihr eure Teamziele

Eure persönlichen Ziele und Stärken habt ihr geklärt, die Kommunikation ist abgestimmt. Was euch als Team zusammenhält und zusammenbringt sind gemeinsame Ziele. 

Zu euren gemeinsamen Zielen fühlt sich jeder verpflichtet, wenn ihr alle die Gelegenheit hattet Input zugeben und sie mitzugestalten - nur dann sind eure Ziele auch eigene Ziele. Der Prozess zur Entwicklung der gemeinsamen Ziele sollte ganz klar darauf ausgerichtet sein, dass jeder sich einbringen kann und ein offener, ehrlicher Austausch zu Ideen, Chancen und Risiken stattfinden kann. 

Nachdem du die Einladung sowie die Agenda an dein Team verschickt hast, kannst du dich auf den Workshop vorbereiten. Deine Rolle im Workshop besteht vor allem in der Moderation. Das heißt, dass du darauf achtest, dass sich jeder einbringt, dass eine vertrauensvolle Atmosphäre gegeben ist, in der sich jeder äußern kann und nicht kritisiert wird. Du fasst immer wieder Zwischenergebnisse zusammen, sammelst bzw. dokumentierst sie und hältst Ergebnisse fest. 

Der Workshop ist so gestaltet, dass ein kreativer Prozess zur Zielentwicklung und Zielfindung stattfindet. Achte darauf, dass du den Ideen Raum gibst und einschreitest, wenn du merkst, dass dein Team bestimmte Dinge nicht beachtet oder übersieht. Du unterstützt bei der Zielfindung und kannst auch abschätzen, wenn etwas unrealisitsch oder nicht sinnvoll ist sowie Implikationen mit sich bringen würde, die das Team nicht sieht.
 

Vorbereitung

Um die Ideen gut sammeln zu können braucht ihr Platz. Gut eignet sich ein Whiteboard, ein Flipchart oder auch ein großer Tisch oder Bodenfläche, wo Moderationskarten ausgebreitet werden können.

Stell sicher, dass ihr genügend Platz habt, um Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken zu sammeln. Zur Vorbereitung kannst du die vier Wörter jeweils als Überschriften so aufschreiben, dass darunter Ideen gesammelt werden können. Je größer dein Team ist, desto mehr Fläche benötigst du. Wenn ihr nur Whiteboards habt, kannst du auch eine Rolle Paketpapier nehmen und beschreiben, das lässt sich gut woanders hinhängen. 

Außerdem gut: Dicke Stifte (z.B. für Flipcharts) und Moderationskarten (oder zerschnittenes Papier), Klebepunkte (falls zur Hand).
 

Durchführung

Gib deinen Teilnehmern zunächst einen Überblick, was heute passieren soll. 

Hier nochmal die Agenda:

  1. SWOT-Analyse:
    Wir arbeiten die Stärken unseres Teams sowie die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken unseres Bereichs aus.
  2. Zielzustand herausarbeiten
    Wir arbeiten die Ziele, die wir in den nächsten drei Monaten erreichen wollen, aus. 
  3. Weg zum Ziel
    Wir arbeiten die Schritte aus, die wir zur Zielerreichung unternehmen müssen. Es ist klar, wer wofür Verantwortung übernimmt und wer sich wie mit wem abstimmen muss. 

 

Für die Swot-Analyse:

Du hast die Überschriften bereits vorbereitet. Jeder kann nun selbstständig dazuschreiben, was er vorbereitet hat oder du schreibst als einzige Person und die Teilnehmer können ihre Ideen nennen (Variante 1 ist schneller). Erkläre die Aufgabenstellung erst zu Ende, bis jeder alles verstanden hat. Dann könnt ihr loslegen. Was du vorbereitet hast, solltest du immer zuletzt hinzufügen.

Stärken:
1) Wie kann das Team am meisten durch dich bzw. deine Stärken profitieren?
2) Wo siehst du Stärken des Teams als Ganzes

Schwächen:
1) Was können wir nicht gut? 
2) Was können wir nicht umsetzen, selbst wenn wir wollten?

Chancen:
1) Worauf sollte der Fokus liegen?
2) Wie sähe ein Erfolg aus? Was macht uns erfolgreich?
3) Wie können wir unsere Erfolge messen?
4) Was könnten Ziele sein?

Risiken:
1) Ideen sammeln - angelehnt an Schwächen und Dingen, die ihr nicht beeinflussen könnt.

 

Für den Zielzustand:

Mit den gesammelten Ergebnissen der SWOT - Analyse findet ihr eure Ziele. Am besten "verschiebst" du die Ergebnisse so, dass ihr sie sehen könnt und du trotzdem noch Platz zum Schreiben hast. 

1) Brainstormt Ideen

Brainstormt Ideen für Ziele, die ihr euch als Team setzten könnt. Dabei sind eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt. Dafür kannst du entweder alles sammeln, was dir zugerufen wird, oder jeder schreibt seine Ideen auf ein Blatt und reicht sie (alle zeitgleich) an seinen "Nachbarn" weiter. Dieser ergänzt den Zettel mit seinen Ideen oder schreibt sie auf ein neues Papier, dass er ebenfalls weiterreicht.

2) Ideen evaluieren

Prüfe, welche Ideen sinnvoll sind. Wenn du jedem eine Aufgabe gibst, seid ihr schneller. Z.B. prüft jeder die einzelnen Ziele auf eines der SMART-Kriterien bzw. verändert das Ziel so, dass es smart wird. Außerdem prüft jemand, ob die einzelnen Ziele die SWOT-Ergebnisse berücksichtigen. Tun sie es nicht, fliegt das Ziel raus. In dieser Phase kann heiß diskutiert werden. Je mehr desto besser. Setze vorher einen zeitlichen Rahmen, damit jeder selbst einschätzen kann, wie viel Zeit er sich lassen kann. Im Rahmen der Diskussion können Ziele disqualifiziert, spezifiziert und zusammengelegt werden.

3) Ideen / Ziele auswählen.

Jeder bekommt nun 3 Stimmen und kann diese verteilen, indem er einen Strich hinter das Ziel setzt. Am Ende habt ihr einige Ziele priorisiert. Es "gewinnen" die mit den meisten Stimmen. Wenn es zu viele unentschiedene gibt, stimmt ihr erneut, nur für diese Ziele, ab. Die Ziele sind nun verbindlich ausgewählt, nach den SMART-Kriterien formuliert und euren SWOT-Ergebnissen entsprechend ausgewählt. 

 

Für den Weg zum Ziel:

Jeder überlegt sich nun, was er für das Erreichen welches Ziels beitragen kann. Dafür räumst du etwa 10 - 15 Minuten ein. Beim Durchdenken fällt deinem Team eventuell noch etwas ein, was bei der Zielformulierung nicht berücksichtigt wurde. Nachdem du gefragt hast, ob noch jemand etwas ergänzen möchte, erklärst du die nächsten Schritte: In einem Google Dokument fügt jeder ein, wofür er Verantwortung übernehmen wird und was kommuniziert wird. Im nächsten Jour Fix geht ihr das Dokument gemeinsam durch, um Unklarheiten aufzudecken. 

Das Dokument sollte folgende Punkte erhalten:

  • Ergebnisse der SWOT-Analyse
  • Erarbeitete Teamziele & je Ziel:
  • Aufgaben, die anfallen, um das Ziel zu erreichen (inkl. der Person, der sie übernimmt)
  • Arbeitsprozess - in welcher Reihenfolge fällt was an
  • Kommunikation - wer muss welche Informationen bereitstellen und abholen? Bedenken: innerhalb eures Teams, innerhalb der Firma, also an andere Teams, sowie Kunden und Lieferanten
  • Zeitplanung mit Zwischenergebnissen

Du stellst sicher, dass das Dokument innerhalb der nächsten zwei Tage finalisiert wird.